Streaming illegal bei kinox.to? Streaming-Recht

kinox.to: Legalität, Geschichte, Alternativen


Trotz aller Bemühungen, die Betreiber des illegalen Streaming-Portals kinox.to zu fassen, ist die Seite noch immer am Netz – und die Hintermänner auf der Flucht. Aktuelle Filme und TV-Serien bietet die digitale Video-Streaming-Seite, höchst erfolgreich. In diesem Artikel geht es ganz um kinox.to: Angebot, Fragen und Antworten zur Legalität, Geschichte & Betreiber sowie Alternativen.

Filme, Serien, Videos: Welches Angebot hat kinox.to?

Die digitale Streaming-Seite kinox.to hat ein breites Sortiment von Filmen, TVSerien und Dokumentationen. Es besteht die Möglichkeit, nach Genres zu durchsuchen. Ebenfalls gibt die neuesten Kinofilme hier, für die Film- und TV-Freunde sonst lange warten müssen, bis sie bei Streaming-Portalen wie Watchever, Maxdome und Co im Stream verfügbar oder als Blue-Ray im Handel erhältlich sind.



Kinox.to-Angebot an Filmen + TV-SerienLaut GVU, der Gesellschaft zur Verfolgung von Urherberrechtsverletzungen, hatte kinox.to im August 2014 folgenden Stand: 34.790 gelistete Filme, 9845 gelistete TV-Serien und 2842 Dokumentationen. Pro Monat komme kinox.to damit auf 34 Millionen Zugriffe.  Laut Alexa ist kinox.to aktuell auf Platz 46 der meistbesuchten Webseiten in Deutschland.

Laut Staatsanwaltschaft Dresen werden folgende weiteren Portale den kinox.to-Betreibern zugerechnet:

  • Linkforen: boerse.sx, Mygully.com
  • Online-Streaming-Plattform: Movie4k.to

Ist kinox.to illegal oder legal?

Darüber, ob kinox.to illegal ist oder nicht, gibt es unterschiedliche Auffassungen. kinox.to selbst hält sich naturgemäß für legal. Auf der Streaming-Seite heißt es dazu: „Kinox.to ist nicht illegal, Kinox.to hostet keine eigenen Streams sondern verlinkt nur embeded Codes. Die Rechtslage ist je nach Land verschieden. Daher kann das anschauen von Videostreams in Ihrem Land je nach Stream illegal sein. Das betreten und nutzen der Seite Kinox.to selber ist nicht illegal. In der Schweiz ist das anschauen von OnlineStreams legal.“

Der Kölner Medienrechtsanwalt  Christian Solmecke ist sich sicher: “Aus meiner Sicht haben die Nutzer von kinox.to schon keine Straftat begangen, da der reine Konsum von Streamingdiensten nicht rechtswidrig ist.” Weiterhin betont Solmecke zur Frage, ob kinox.to illegal oder legal sei: „Streaming ist nicht illegal, selbst wenn die ursprüngliche Quelle illegal ist.“ Das gelte laut Solmecke jedenfalls immer dann, wenn keine Kopie des Streams auf dem eigenen Rechner hergestellt wird.

Die GVU, die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzung, sieht dies erwartungsgemäß anders. GVU-Geschäftsführer Matthias Leonardy erklärt: „Streaming- und Download-Portale und -Boards wie Movie4k, KinoX, MyGully, Boerse.sx usw. sind darauf ausgerichtet, ausschließlich und gezielt das Auffinden urheberrechtsverletzender Inhalte zu steuern.“ Den Betreibern drohten bis zu vier Jahre Haft, so Leonardy. Doch was den Nutzern droht, darüber hat sich die GVU bislang noch nicht geäußert.

Wie kinox.to funktioniert

Kinox.to selbst hostet die Filme und Serien nicht selbst. Stattdessen verlinkt kinox.to zu Filehostern. Dort liegen die Filme und Serien, allerdings berufen sich die Filehoster darauf, dass sie ledigleich den Speicherplatz zur Verfügung stellen und nicht alle Inhalte überwachen können.

Die Filehoster leisten möglicherweise Provisionszahlungen an das Portal Kinox.to für die Vermittlung von Nutzern, berichtet Golem unter Berufung auf die GVU. Die ersten Links zu den frühesten illegalen Kopien kommen ausschließlich von einer kleinen Gruppe von Uploadern, die „first seeder“.

Die Uploader verdienen widerum Geld, indem sie Provisionen von den Filehostern erhalten – entweder erfolgt die Entlohnung als TKP-Modell, das heißt pro 1.000 Streams eines Filmtitels, oder es gibt eine Provision für den Verkauf von Premium-Accounts der Filehoster. Die Filehoster generieren Einnahmen über Premium-Accounts, und Kinox.to selbst erzielt zahlreiche weitere Einkünfte durch Werbung – und laut GVU auch durch die Verbreitung von Adware und Viren.

Alternativen zu kinox.to

Es gibt zahlreiche 100%ig legale Alternativen zu kinox.to. Dazu gehören die Streaming-Angebote etwa von amazon, Maxdome, Watchever, Netflix und Co. Stellvertretend seien hier Amazon und Maxdome vorgestellt:

Amazon Prime kostenlos testen

Testen Sie Prime GRATIS für 30 Tage. Für 49,00 Euro /Jahr erhalten Amazon Prime Mitglieder folgende Vorteile:

  • Unbegrenzter KOSTENLOSER Premiumversand für Millionen von Artikeln
  • Unbegrenztes Streaming von Filmen und Serienepisoden
  • Leihen Sie kostenlos eBooks aus
  • Versandkostenfrei – auch für Prime-Artikel unter 29 EUR
  • Teilen Sie Ihre Versandvorteile
  • Premiumzugang zu Verkaufsaktionen auf Amazon BuyVIP
  • Unbegrenzter Speicherplatz für Fotos über Amazon Cloud Drive
Maxdome kostenlos testen

Das maxdome Paket kostet 7,99 Euro im Monat. Zudem gibt es den 1. Monat gratis zum Testen.

  • Deutschlands beliebteste Online-Videothek maxdome ist ein Unternehmen der ProSiebenSat.1 Group
  • Maxdome bietet eine Vielzahl an Spielfilmen, Serien, Comedy, Dokumentationen und spezielle Kinderinhalte – insgesamt über 60.000 Titel bestes Entertainment.
  • maxdome ist mittlerweile auf fast allen neuen hybriden TV-Geräten integriert. Nutzer haben damit die Möglichkeit, die Inhalte direkt im Wohnzimmer auf dem Fernseher abzurufen.
  • Das Angebot ist auch weiterhin über PC und Laptop oder mobil nutzbar.
  • Der Abruf der Videos ist bei maxdome sowohl einzeln im Store oder auch im Abonnement im maxdome Monatspaket möglich.

kinox.to: Geschichte, Betreiber, Razzien

Der Vorgänger von kinox.to war das Streaming-Portal kino.to. Das System Kino.to etwa war ein lohnenswertes, habe ich in einem Beitrag für news.de analysiert, rund 150.000 Euro monatliche Werbeeinnahmen erzielten die Macher laut Anklage in der Hochphase des Portals. Dirk B., ehemaliger Bodenleger, gönnte sich damals dicke Autos und ein Leben in Spanien.

Doch der Bust von kino.to im Jahr 2011 für gewaltigen Wirbel sorgte. Mehrere Betreiber, darunter Boss Dirk B. aus Leipzig, wurden verurteilt. Dirk B. bekam viereinhalb Jahre Haft aufgebrummt. Knapp vier Millionen Euro Umsatz hat Dirk B. mit Kino.to erzielt, das Geld muss er laut Urteil an den deutschen Staat abgeben. Es ist die höchste Strafe, die ein deutsches Gericht jemals wegen Urheberrechtsverletzungen gefällt hat.

Dorch schon kurz nach dem Bust von kino.to durch die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ging der Nachfolger an den Start – kinox.to. Das Streaming-Portal nahme dasselbe Titel-Bild, die Film- und Serien-Links führten weiterhin zu externen Filehostern.

Im Oktober 2014 führte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden eine erneute „konzertierte Maßnahme“ gegen die mutmaßlichen Verantwortlichen des Streaming-Portals Kinox.to und der beiden Online-Speicherdienste Bitshare und Freakshare durch. Anlass der Maßnahme sei der „Verdacht auf gewerbsmäßig begangene Urheberrechtsverletzungen, Steuerhinterziehung, Erpressung und Brandstiftung“, wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) auf Nachfrage mitteilte.

Laut der GVU-Pressemeldung zur Razzia bei kinox.to, durchsuchten Polizeikräfte in den Räumen Lübeck, Düsseldorf und Neuss mehrere Wohnräume sowie in Berlin die Geschäftsräume eines Zahlungsdienstleisters. Mindestens zwei Personen wurden verhaftet. Die beiden mutmaßlichen Haupttäter sind flüchtig – noch immer! Inzwischen hat kinox.to weitere Domains freigeschalten – kinox.tv und kinox.me.

Auch die Hauptseite kinox.to ist noch immer online. Zwei Theorien gibt es, warum kinox.to noch immer online ist: Entweder fehlt den Ermittlern rund um die Staatsanwaltschaft Dresden Passwörter, um die Server abzuschalten. Oder aber die Staatsanwaltschaft Dresden bzw. die INES greifen die IP-Adressen der Nutzer ab. Doch auch dieses Unterfangen dürfte angesichts der Rechtslage, nach der bislang kein Nutzer eines Streaming-Portals verurteilt wurde, schwierig werden.

GVU-Trojaner vs. kinox.to

Die Geschichte des Kampfes zwischen der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) und kinox.to ist schon länger. So tauchte im Frühjahr 2012 der GVU-Trojaner erstmals im Internet auf. Wird ein Computer von diesem Trojaner infiziert, blockiert er den PC und fordert den Betroffenen zur Zahlung einer bestimmten Summe auf. Wer nicht zahle, müsse mit der Beschlagnahmung seines Rechners und weiteren strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, die Identität der Personen sei aufgrund der verwendeten IP-Adresse leicht festzustellen, teilte der Trojaner mit. Von den Betroffenen wurden später sogar bis zu 1.000 Euro verlangt. „Nicht wenige der zahlreichen Opfer, die in den letzten Monaten bei der GVU anriefen, hatten den verlangten Betrag zuvor entrichtet. Manche sogar mehrfach.“ Geholfen hat ihnen das nicht.

Auf ihrem Blog formulierte die GVU schließlich die Vermutung, die Betreiber des Streaming-Portals kinox.to oder ihre Partner könnten etwas mit dem GVU-Trojaner zu tun haben. Laut kinox.to sei dies aber nichts weiter als Panikmache. Mit einem simplen Update von Java und Flash könne man sich effektiv vor unerwünschten Zugriffen und jeglichen Schadprogrammen schützen.

Bildquellen

  • kinox-to-filme-serien-zugriffe: GVU
  • kinox.to: Screenshot streamwelt